Neuer Name für Direktvermarkter: aus BVDM wird BMV

Der Bundesverband der Vorzugsmilcherzeuger und Direktvermarkter von Milch und Milchprodukten (BVDM) heißt jetzt ganz offiziell: BMV = Bundesverband der Milchdirektvermarkter und Vorzugsmilcherzeuger. Kürzer geworden ist der neue Name des Verbandes, der sich für die Belange direktvermarktender Milchbauern in Deutschland und den Erhalt naturbelassener Lebensmittel wie der Vorzugsmilch einsetzt, nur ein wenig. Die Umbenennung trägt auch dem Umstand Rechnung, dass die Vorzugsmilchbetriebe heute gegenüber den anderen Mitgliederbetrieben in der Unterzahl sind. Einst in Bremen als reiner Vorzugsmilchverband gegründet, kamen später zunehmend pasteurisierende Direktvermarkter hinzu. Heute sind noch insgesamt 13 Vorzugsmilchbetriebe Mitglied im BMV – Eine Übersicht findet sich auf der Seite der Erzeugerbetriebe. Eine gesicherte Anzahl der insgesamt noch aktiven Vorzugsmilchbetriebe gibt es nicht. Da wir diese Frage immer wieder gestellt bekommen, an dieser Stelle ein Aufruf: Wir freuen uns über jeden Hinweis auf Betriebe, über uns eventuell noch nicht bekannte Vorzugsmilcherzeuger. 

Auch optisch hat sich einiges getan. Und die bundesweit aktive Interessenvertretung erscheint seit dem Sommer in völlig neuem Look. Der Relaunch der BMV-Website wurde von der Designerei Berlin – Manufaktur für Gestaltung durchgeführt. Unterstützt wurde der Verband hierin von Kirsten Kohlhaw, commotivation, die als freie Kommunikationsberaterin auch die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes begleitet. “Wir sind sehr froh über den neuen Außenauftritt”, so Antje Hassenpflug, BMV-Geschäftsführerin, “und erhalten zu unserer Freude seit dem Relaunch auch viel positive Rückmeldung.” Auch die erste Vorsitzende, Claudia Müller vom Weidenhof im hessischen Wächtersbach und ihr Stellvertreter Bert Riecken von Rieckens Eichhof in Schleswig-Holstein bedanken sich bei allen Beteiligten für das Engagement. “Auch wenn es immer schwerer wird, sich zu behaupten, die Milchdirektvermarktung lebt und wir geben der regionalen Landwirtschaft und seinen Akteuren ein Gesicht.”, so Müller.

 

 

BVDM wählt neuen Vorstand – Nachbericht zur JHV

Zur jährlichen Mitgliederversammlung traf sich der BVDM am 8.11.2014 beim Milchdirektvermarkterbetrieb Große Kintrup im Münsterland. Mit über 50 Mitgliedern war die Versammlung auch in diesem Jahr wieder gut besucht. Claudia Müller, die gemeinsam mit ihrem Mann Achim den Vorzugsmilchbetriebs Weidenhof in Wächtersbach führt, löst Gerhard Windler als neue Vorstandsvorsitzende ab. Sie wird unterstützt von Bert Riecken, Leiter von Rieckens Eichhof in Schleswig-Holstein.

Der gewählte Vorstand in Gänze:
Claudia Müller 1. Vorsitzende
Bert Riecken, stellvertretender Vorsitzender
Die Landesbeauftragten:
Schleswig-Holstein: Bert Riecken, Stellvertreter Gunda Sierck
Mecklenburg Vorpommern: Peter Guhl
Hamburg: Gerd Langeloh
Niedersachsen: Jörgen Hemme, Stellvertreter Hanke Diers
Hessen: Claudia Müller, Stellvertreter Wolfram Meyer
NRW: Bernd Hielscher, Stellvertreter Antonius Langehaneberg
Rheinland-Pfalz: Bernhard Höfer, Christian Bange
Sachsen: Karsten Döbelt
Baden Württemberg: Matthias Dobler, Stellvertreter Marcus Knösel
Bayern: Erich Lerf, Stellvertreter Roland Stähr

Dr. Jürgen Siems

Jürgen Siems, Fachberater Milchproduktion aus Hittbergen/Niedersachsen, gab in seinem Vortrag Einblicke in Wirtschaftlichkeitsanalysen über Betriebszweigabrechnungen. Auf Basis der vorhandenen Betriebsdaten ließ sich gut exemplarisch nachvollziehen, mit welchem Produkt der meiste Gewinn im Verhältnis zum Umsatz erzielt wird. Die Frage hingegen, ob Direktvermarktung wirtschaftlich ist, lässt sich nicht so eindeutig beantworten. Denn neben rein wirtschaftlichen Gründen gibt es für die Direktvermarkter auch ideelle Gründe, nämlich die Förderung regionaler Strukturen, den Erhalt des familieneigenen Betriebs sowie der landwirtschaftlichen Vielfalt und den damit verbundenen positiven Imagetransfer.

DSC_0146_B_300x211 DSC_0152_B_300x180Bei der anschließenden Hofbesichtigung auf dem Milchhof Leonhard Große Kintrup vermittelte der Inhaber seinen Verbandskollegen einen intensiven fachlichen Einblick in seinen hochmodernen Betrieb in Münster-Handorf. 220 Milchkühe, 35 Hektar Land, die hohe Qualität der Produkte und ein tolles Team sorgen dafür, dass der Direktvermarkter in seiner Region erfolgreich verwurzelt ist. Die Verbindung aus neuester Technik und traditionellem Wissen, innovativer Vermarktung und ursprünglichen Milcherzeugnissen, wie zum Beispiel der westfälischen Stippmilch, sorgt für eine verlässlich hohe Akzeptanz unter den Verbrauchern und Händlern in der Region um Münster.

Gerhard Windler verabschiedete sich aus seiner jahrzehntelangen aktiven Zeit mit einem Vortrag über die historische Entwicklung der Vorzugsmilch und ihre Besonderheiten in Punkto Verpackung, Logistik und Verfügbarkeit und die Geschichte des Verbandes, mit dessen Arbeit er bereits seit seiner Kindheit in Berührung kam.

Bert Riecken, Claudia Müller, Gerhard Windler (vlnr)
Bert Riecken, Claudia Müller, Gerhard Windler (vlnr)
Gerhard Windler und Antje Hassenpflug (GF)
Gerhard Windler und Antje Hassenpflug (GF)

Am Abend wurde der kollegiale Fachaustausch unter Praktikern fortgesetzt. Alte und neue Mitglieder sowie Interessenten schätzen die Möglichkeit, sich mindestens einmal im Jahr intensiv über Sorgen, Nöte und Neuerungen in der Branche auszutauschen.

Direktvermarkter versammeln sich auf Milchhof Große Kintrup

Zur jährlichen Mitgliederversammlung trifft sich der BVDM am 8.11.2014 beim
Milchdirektvermarkterbetrieb Große Kintrup im Münsterland. Schwerpunkte der
diesjährigen Treffens: Die Wahl eines Nachfolgers für den langjährigen
Vorstandsvorsitzenden Gerhard Windler und dessen Stellvertreter. Nach der Mittagspause wird der BVDM den neuen Vorstand präsentieren.

Um 14h referiert dann Jürgen Seems, Fachberater Milchproduktion aus Hittbergen/Niedersachse zum Thema „Wirtschaftliche Ergebnisse eines Direktvermarkter–Milchviehbetriebes mit Analyse“. Herrn Seems stellt in seinem Vortrag eine Betriebszweigabrechnung von Milch und Milchprodukten für Direktvermarkter dar. Ertrag und Aufwand werden betriebswirtschaftlich gegenübergestellt, Stärken, Schwächen und Optimierungspotenzial analysiert. Die Ergebnisse werden mit den Teilnehmern diskutiert.

Bevor es um 15:30h zu einer Hofbesichtigung auf den Milchhof Leonhard Große
Kintrup in Münster-Handorf geht, hält Gerhard Windler einen Vortrag zum Thema:
„Vorzugsmilch und um zu“. „Und um zu“… ist eine Bremer Redewendung, nach dem Motto:
alles um die Vorzugsmilch. Windler bringt einen Überblick über die Entwicklung der
Vorzugsmilch, Besonderheiten in Punkto Verpackung, Logistik und Verfügbarkeit und die
Geschichte des Verbandes, den er – über seines Vaters Engagement – bereits seit seiner
Kindheit begleitet hat.

Zu den Vorträgen und dem anschließenden Hofrundgang mit allen anwesenden Milchbauern
laden wir Sie herzlich ein. Um Anmeldung wird gebeten unter: presse@milch-und-mehr.de
Für Ihre Rückfragen steht Ihnen die Pressestelle unter 0170.5539730 gerne zur Verfügung

Pressebericht zur Jahreshauptversammlung 2013

Jahreshauptversammlung 2013 am 26.Oktober 2013 in Ludwigsburg-Pflugfelden

Der 1. Vorsitzende Gerd Windler (Mitte) und Antje Hassenpflug (rechts) eröffnen gemeinsam mit Vorstandsmitglied Antonius Langehaneberg die Jahreshauptversammlung 2013 in Pflugfelden. Besuch auf dem Milchbauernhof der Gebrüder Dobler in Ludwigsburg-Pflugfelden, Gruppenbild mit allen Teilnehmern an der Jahreshauptversammlung 2013.

Guido Oppenhäuser, Pressereferent der DLG stellte den BVDM-Mitgliedern eine aktuelle Studie zum Thema Regionalität vor. Malte Twesten von der Käsereiberatung und Service “Kompetenz in Käse” (links, stehend), der sein Handwerk beim mittlerweile verstorbenen Namensgeber F. Jürgensen lernte, stellte den Mitgliedern das Unternehmen mit der Käse-Maus und eine Auswahl seiner Produktpalette vor.

Auch Firmenmitglied Andreas Beck von Pacovis Amrein in der Schweiz nutzte die JHV für ein Wiedersehen mit den Erzeugerbetrieben. Barbara Willem (links) und Daniela Backes nahmen die JVH zum Anlass, die anwesenden Milchbauern über Neues aus der Welt der Kartonverpackungen zu informieren.

BVDM_JHV_DLG_Regionalitaet-sca
Guido Oppenhäuser | Pressereferent DLG
1_BVDM_JHV_Langehaneberg_Windler_Hassenpflug-sca
Vorstandsmitglied Antonius Langehaneberg | 1. Vorsitzender Gerd Windler | Antje Hassenpflug (von li. nach re.)
BVDM_JHV_PacovisAmrein-sca
Andreas Beck | Pacovis Amrein

Nachbericht zur Jahreshauptversammlung am 17.11.2012

Im Zentrum der diesjährigen Hauptversammlung des Bundesverbandes der
Vorzugsmilcherzeuger und Direktvermarkter von Milch und Milchprodukten in Garbsen bei Hannover stand das
Thema Vorzugsmilch sowie Fragen nach der zukünftigen Positionierung,
Wirtschaftlichkeit und Existenz dieses hochwertigen Produktes.

Vorzugsmilch – Quo vadis?

In den letzten neun Jahren ist unter den 53 aktiven Mitgliederbetrieben des BVDM nur
ein neuer Vorzugsmilcherzeuger hinzugekommen. Einige der direktvermarktenden
Mitgliederbetriebe haben die Vorzugsmilch schweren Herzens aus ihrem Sortiment
genommen. Immer mehr spielen mit dem Gedanken. Doch wie kommt es zu dieser
rückläufigen Entwicklung?

Die Kontrollbedingungen für Vorzugsmilch sind unverhältnismäßig hoch, was vielen
Produzenten die Herstellung von Vorzugsmilch immer schwieriger macht. Die gemäß § 17
und § 18 und Anlage 9 der Lebensmittelverordnung geltenden Bestimmungen und Werte,
wurden im Rahmen der letzten Verschärfung des Lebensmittelhygienegesetzes 8. August
2007 neu festgesetzt. Diese Werte geben bei den monatlich durchgeführten Stichproben den
Ausschlag über Wohl und Wehe des durch die Veterinärämter der Länder geprüften
Vorzugsmilchbetriebes.
Die Besonderheit: Die Festsetzung der neuen Verordnung erfolgte ohne vorherige
wissenschaftliche Ermittlung realistischer Grenzwerte. Und – eine identische Probe
kann in der Interpretation zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen, je nachdem,
wo, wie und von wem sie untersucht wurde.

Die zentrale Frage: Wieso kam niemand auf die Idee, Milchbauern und
Vorzugsmilchproduzenten in diesem Übergangsprozess einzubinden, um unter realen,
hygienisch einwandfreien Produktionsbedingungen realistische Grenzwerte zu
ermitteln? Wurde das Ziel, eine wissenschaftlich fundierte Gesprächsgrundlage zu
erhalten in der Beschlusshektik aus dem Blick verloren – oder hat es nie existiert?
Und es führt zu Paradoxien, wie der, dass industriell verarbeitete, stark prozessierte
Produkte das Etikett „frisch“ tragen dürfen, Etiketten auf Vorzugsmilchflaschen
hingegen nicht. Und das, obwohl sie innerhalb eines Tages beim Verbraucher ankommt
und an ein Verbrauchsdatum von 96 Stunden ab dem Zeitpunkt des Melkens gebunden ist.
Frischere Milch als Vorzugsmilch gibt es nirgends. Zumindest dort, wo es sie noch gibt.